Klöster in Baden-Württemberg
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Prämonstratenserinnenkloster Lauffen - Geschichte

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Kaiser Heinrich II. stiftete am 25. Dezember 1003 auf Bitten seiner Gemahlin Kunigunde und des Bischofs Heinrich von Würzburg seine Güter in Kirchheim/Neckar, um in Lauffen (Grab der hl. Regiswindis) ein Kloster zu stiften. Bischof Heinrich, mit dem Vollzug der Schenkung beauftragt, gründete ein Frauenkloster unter benediktinischer Ordensregel.

Zu einem unbekannten Zeitpunkt erfolgte ein Regelwechsel. 1285 sind in Lauffen Dominikanerinnen belegt, die gegen Ende des 13. Jh. den Dominikanerinnenkonvent von Itzingen aufnahmen. Dennoch war das Kloster in der Mitte des 14. Jh. vom Aussterben bedroht.

Nach längeren Streitigkeiten kam es 1465 durch Graf Ulrich von Württemberg zur Reform und 1466 zur Neubesiedelung des Lauffener Klosters durch die Prämonstratenserinnen vonAdelberg. Das Generalkapitel des Prämonstratenserordens und der Dominikanerorden hatten die Translozierung 1466 erlaubt, von Papst Sixtus IV. wurde sie 1474 bestätigt. Die Gründe für diese Translation lagen zum einen darin, dass das fast ausgestorbene Kloster in Lauffen neu besiedelt werden sollte (1474: eine Nonne), zum anderen wollte man die Streitigkeiten im Adelberger Doppelkonvent schlichten. Am 27. August 1474 kamen neun Schwestern, zwei Monate später nochmals acht Schwestern von Adelberg nach Lauffen. Die Prämonstratenserinnen unterstanden weiterhin der Jurisdiktion des Abtes von Adelberg.

Über den Besitz des kleinen Nonnenkonvents ist nur wenig bekannt. 1291 lässt sich eine Klostermühle nachweisen, bereits 1288 hatten die Nonnen von den Dominikanerinnen in Weiler einen Hof in Dürrenzimmern erworben, Stiftungen und Zukäufe erfolgten im 14. Jh., zudem ging auch der Besitz der Itzinger Dominikanerinnen mit dem Patronatsrecht an der dortigen Pfarrkirche im frühen 13. Jh. an den Lauffener Konvent über. Im späten 15. Jh. bezog der Konvent Einkünfte aus Lauffen selbst, hier auch - wie auch in Güglingen - anteilige Zehntrechte, und weiteren Orten im Bereich von Neckar und Zaber. 1440 kam über den bisherigen Kirchherrn Wilhelm von Sachsenheim der Kirchsatz der Pfarrei Hofen zum Kloster nach Lauffen. Nach dem Tod Sachsenheims sollte das Kloster die Präsentationsrechte ausüben oder eine Inkorporation erreichen. Der Konvent verkaufte 1522 die Hofener Kirche an das Kloster Denkendorf. Im Bauernkrieg (1525) wurde das Kloster in Lauffen geplündert und stark beschädigt.

Durch den 1477 erfolgten Eintritt der Tochter Graf Ulrichs, Katharina von Württemberg, in das Lauffener Kloster hoffte man (vergeblich) auf das zugesagte großzügige Leibgeding von Graf Eberhard d. Ä. Dies veranlasste Katharina 1488 zur Flucht; mittels einer päpstlichen Bulle an die Äbte von Roggenburg, Adelberg und Schussenried erwirkte Papst Innozenz VIII. die Rückkehr der Nonne nach Lauffen. Später fand die adelige Klosterfrau im Kloster Gerlachsheim (Bt. Mainz) eine Zuflucht.

1536 leisteten die Nonnen erbitterten Widerstand gegen die Einführung der Reformation durch Herzog Ulrich von Württemberg und verweigerten sich den Predigten der neuen Lehre. Das Kloster wurde daraufhin wie ein Gefängnis bewacht. Zu Lebzeiten Herzog Ulrichs hatte nur eine Ordensfrau den Konvent verlassen. Nach dem kaiserlichen Restitutionsedikt (1629) war der Abt von Adelberg auch an der Rückgabe des ehemaligen Tochterklosters Lauffen interessiert.

Die wichtigsten Klostergebäude blieben bis zu Beginn des 19. Jh. erhalten. Die Kirche wurde schon im 18. Jh. aufgegeben und 1808-1809 bis auf den unteren Teil der Südseite abgebrochen. Nach der Aufhebung der württembergischen Klosterhofmeisterei (1807) waren die Gebäude endgültig funktionslos geworden und - von einigen wenigen Teilen abgesehen - dem Abbruch preisgegeben.

KONSTANTIN MAIER     
LITERATUR
-<Württ. Klosterbuch> 320f. (K. MAIER).
- <KDW I> OA Besigheim, 85f.
- K. KLUNZINGER: Die Stadt Lauffen a. N., Gemrigheim und Ilsfeld. Stuttgart 1846, ND Magstadt 1980.
- F. VON GAISBERG-SCHÖCKINGEN: Zur Geschichte des Nonnenklosters in Lauffen a. N. In: <WJbb> 1902, 25-34.
- P. SCHLAGENHAUF: Das Frauenkloster zu Lauffen am Neckar. In: Zeitschrift des Zabergäuvereins 1967, 19-23.
QUELLEN
-Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 496: Kloster Lauffen am Neckar
-Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 102/40: Geistliche Lagerbücher: Kloster Lauffen
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