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Kapuzinerkloster Heidelberg - Geschichte

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Mit dem Dynastiewechsel von 1685 kamen mit den Kurfürsten der katholischen Neuburger Linie auch Kapuziner der rheinischen Ordensprovinz nach Heidelberg. Nachdem sie die erste Messe nach ihrer Ankunft in der Neckarstadt im Oktober 1686 noch in der Hofschreinerei feierten, begann der Bau des Klosters im April 1688 im Beisein von Kurfürst Philipp Wilhelm. Dieser hatte dem Orden ein Grundstück am nordöstlichen Teil des Herrengartens, im Bereich des heutigen Theaterplatzes, überlassen. Dieses ist bereits für 1629, als Heidelberg nach der Eroberung durch bayerische Truppen vorübergehend zum Katholizismus überging, in Ordensbesitz nachzuweisen. Vier Jahre nach der Grundsteinlegung konnte die Kirche der hl. Maria Magdalena geweiht werden. 1696 ließ Kurfürst Johann Wilhelm Teile die in der kurz zuvor zerstörten Franziskanerkirche bestatteten Gebeine Friedrich des Siegreichen feierlich in die Klosterkirche überführen.

1795 übersiedelten die Mönche in die Mannheimer Ordensniederlassung, wobei ihr Klosterkomplex von den Franziskanern übernommen wurde. Dieser entging als einziger der Verheerung Heidelbergs nach der Eroberung im Orléansschen Krieg (1688-1697), allerdings begann 1807 im Zuge der Säkularisation der sukzessive Abbruch.

ANDREAS SCHMIDT     
LITERATUR
-HIEROTHEUS: Provincia Rhenana Fratrum Minorum Capucinorum [...]. Heidelberg (2. Aufl.) 1750.
- HStAM, Abt. Geheimes Hausarchiv, Hs. 317 (1), fol. 84r-89v ("Thesaurus Palatinus", Bd. 1).
- <KDB VIII/2>, 117.
- <KB Heidelberg-Mannheim> Bd. 2, 48f.
- H. DERWEIN: Die Flurnamen von Heidelberg. Straßen, Plätze, Feld, Wald. Eine Stadtgeschichte (Badische Flurnamen II, 5). Heidelberg 1940, 69.
- A. SEELIGER-ZEISS: Heidelberger Kirchenbaukunst. In: E. MITTLER (Hg.): Heidelberg. Geschichte und Gestalt. Heidelberg 1996, 202-227, 216.
- W. SEIDENSPINNER / M. BENNER: Heidelberg (Archäologischer Stadtkataster Baden-Württemberg 32). Stuttgart 2006, 237.
QUELLEN
-Generallandesarchiv Karlsruhe 204: Heidelberg, Stadt
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