Klöster in Baden-Württemberg
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Benediktinerpropstei Gutnau - Geschichte

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Das Kloster Gutnau wurde der Überlieferung im Liber Originum des Abts Caspar I. Molitor von St. Blasien aus dem 16. Jh. nach von Guta, einer Nonne aus dem Benediktinerinnenkloster Sitzenkirch, welches der Kontrolle St. Blasiens unterstand, im Jahr 1181 gegründet. Guta hatte die finanziellen Mittel dafür aus einer Erbschaft erhalten. Das Kloster Gutnau übernahm die Regel des Klosters Sitzenkirch. Ursprünglich befanden sich die Klostergebäude direkt am Rhein, wurden jedoch aus Rücksicht auf die Gesundheit der Nonnen und aus Furcht vor Überschwemmungen abgebrochen und etwas weiter vom Fluss entfernt neu errichtet. Zu jener Zeit umfasste der Konvent wohl 20 Angehörige.

Im Jahr 1260 schlossen sich dem Konvent in Gutnau die Nonnen des Klosters Sitzenkirch an, ohne dies allerdings vom Abt von St. Blasien genehmigen zu lassen. Dieser intervenierte jedoch und schon 1261 mussten die Sitzenkirchener Nonnen zurückkehren.

Bis zum Ende des 15. Jhs. verarmte das Kloster zusehends, sodass es 1492 nicht mehr möglich war, einen Konvent zu versorgen. Bereits im Jahr 1423 brannte das Kloster bis auf die Grundmauern nieder und konnte mangels finanzieller Mittel nur sehr notdürftig wieder aufgebaut werden (Kirche und einige kleinere Behausungen). 1492 wurde das Kloster auf Initiative von Ulrich von Rumlang (Mönch des Klosters St. Blasien und erster Propst von Gutnau) in eine Propstei umgewandelt, allerdings wurden im Jahr 1513 nochmals zwei Nonnen, jedoch keine Mönche, dort angesiedelt, welche aber in den Wirren der Bauernkriege 1525 fliehen mussten. Das wenige Hab und Gut, was noch in Gutnau verblieben war, wurde geplündert. Den geflohenen Nonnen wurde von der vorderösterreichischen Regierung eine Pension zugesprochen, die das Kloster St. Blasien zu leisten hatte. Nach der Überlieferung von Abt Caspar I. Molitor hat es nach 1530 noch einmal einen Konvent in Gutnau gegeben. Die Erträge dieser Propstei reichten für den Unterhalt von zwei oder drei Mönchen aus. Mit der Einführung der Reformation 1556 wurde die Propstei vermutlich aufgehoben. 1558 wurde von St. Blasien ein Schaffner eingesetzt, der für die Verwaltung der Besitztümer Sorge trug, da der Grundbesitz auch nach der Reformation dem Kloster St. Blasien erhalten blieb. Die Besitztümer fielen schließlich 1630 an die Propstei Bürgeln, 1657 an die Propstei Krozingen, diese inkorporierte sie spätestens gegen 1682.

Im August 1675 wurden alle Gebäude des Klosters von den Franzosen zerstört und anschließend nicht wieder aufgebaut. 1780 wurden die letzten verbliebenen Lehen verkauft. Damit finden sich keine Überreste des Klosters Gutnau mehr.

GEORG PFEIFFER - KARL-HEINZ BRAUN     
LITERATUR
-<GermBen> 5 (1975) 265-269 (G. WIELAND).
QUELLEN
-Generallandesarchiv Karlsruhe 120: Rötteln-Sausenberg
-Generallandesarchiv Karlsruhe 229: Spezialakten der kleineren Ämter und Orte
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