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Franziskanerinnenkloster Ebingen - Geschichte

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Nach chronikalischer Überlieferung gründeten zwei Töchter eines Ebinger Bürgers die Klause im Jahre 1344 und lebten dort nach der Dritten Regel des hl. Franziskus (1390). 1402 wurde die Klause, die sich außerhalb der Stadtmauer neben dem Friedhof der Pfarrkirche befand, von Verpflichtungen gegenüber der Stadt (Steuer, Fron) befreit. Zu den frühen Erwerbungen aus dem Besitz der Rottweiler Dominikaner in Ebingen zählte u. a. ein neben der Klause gelegenes Haus mit Hofraite (1420), in dem die Frauen fortan lebten. Später erwarben sie erheblichen Grundbesitz in Ebingen, aber auch in der Umgebung. Den Wein bezog man aus dem Ammertal.

Nach Einführung der Reformation in Württemberg 1534 fiel die Steuerbefreiung weg. Ab 1564 führte der Konvent deshalb einen Rechtsstreit mit der Stadt. 1560 zählte die Niederlassung noch sieben Insassinnen. Bei den Visitationen klagte der evangelische Pfarrer über das Festhalten der Klosterfrauen an ihrem Glauben und über ihr hohes Ansehen beim gemeinen Mann, eine Folge ihrer regen karitativen Tätigkeit. 1590 lebten noch drei betagte Klosterfrauen. Nachdem die letzte Schwester, Margarethe Beck (+ 1608), 1605 ins Spital gezogen war, wurde die Klause an einen Bürger verkauft. Seit 1695 ist dort der Gasthof "Zum Kirchenwirt" nachweisbar; seit 1951 ein Schreibwarengeschäft.

PETER TH. LANG     
LITERATUR
-<Württ. Klosterbuch> 217 (P. T. LANG).
- <KB Balingen> II, 242.
- W. STETTNER: Ebingen. Die Geschichte einer württembergischen Stadt. Sigmaringen 1986, 261-265.
- A. WILTS: Beginen im Bodenseeraum (Bodensee-Bibliothek 37). Sigmaringen 1994, 323f.
QUELLEN
-Hauptstaatsarchiv Stuttgart H 121 Bd. 54a-d: Lagerbücher örtlicher Kirchenvermögen
-Staatsarchiv Sigmaringen FAS F 22 NVA: Geistliche Verwaltung Ebingen (vorläufige Version)
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