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Dominikanerkloster Pforzheim - Geschichte

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Eine Niederlassung des Dominikanerordens in Pforzheim ist nach einer nicht verifizierbaren Angabe in der Pforzheimer Stadtgeschichte Johann Georg Friedrich Pflügers erstmals 1279 belegt, als Markgraf Hermann VII. von Baden den Mönchen die Errichtung eines Hauses erlaubt habe. Die Grundrissform des Chors der heute nicht mehr erhaltenen Klosterkirche könnte sogar eine etwas frühere Gründung nahelegen. Urkundlich erwähnt wird das bestehende Kloster 1294 anlässlich einer Schenkung. Bereits im 14. Jh. ist ein Studium particulare nachweisbar. 1382, 1414, 1488 und 1507 fanden in Pforzheim Provinzialkapitel des Dominikanerordens statt. In der ersten Hälfte des 15. Jh. erfolgten Baumaßnahmen an den Klostergebäuden, die Markgraf Jakob I. von Baden finanziell unterstützte. Unter seiner Mitwirkung wurde 1442 die Observanz eingeführt. In den folgenden Jahrzehnten wirkten Pforzheimer Dominikaner dann selbst an der Reformierung verschiedener Klöster mit (z. B. in Köln). Um 1480 befanden sie sich im Streit mit Markgraf Christoph von Baden wegen der Erbfähigkeit des Konvents, der wohl zu ihren Gunsten entschieden wurde. Kurzzeitig schien sich unter dem ehrgeizigen Prior Martin Rat (1480-1482) ein Aufschwung des Klosters anzudeuten. Gegen Ende des 15. Jh. war es aber offenbar nur noch schwach besetzt. Aus dem Pforzheimer Konvent ging Wendelin Fabri hervor, der im frühen 16. Jh. eine Reihe von Predigttraktaten verfasste.

Ab 1520 verließen einzelne Brüder den Konvent und traten in den weltlichen Stand über. Die Aufhebung des Klosters könnte Markgraf Karl II. im Zuge der Durchsetzung der Reformation im ernestinischen Baden bereits 1555 eingeleitet haben, anscheinend verloren die Dominikaner aber erst 1566 endgültig ihren Besitz in Pforzheim - ab diesem Jahr diente die Klosterkirche als protestantische Stadtkirche. In den heute ebenfalls nicht mehr vorhandenen Konventsgebäuden wurde später die städtische Lateinschule untergebracht. Während des 30-jährigen Krieges wurde das Kloster infolge des Restitutionsediktes kurzzeitig wiederhergestellt (1631-1649).

SVEN RABELER     
LITERATUR
-<KDB IX/6> 254-269.
- J. G. F. PFLÜGER: Geschichte der Stadt Pforzheim. Pforzheim 1862.
- J. HECHT: Pforzheim und das Restitutionsedikt (1629-1632). In: <FDA> 48 (1920) 169-192.
- K. J. HÖPF: Der Zoffinger Spiritual Wendelin Fabri O. P. aus Pforzheim und seine geistlichen Schriften. Ein Beitrag zur vorreformatorischen Geschichte der dominikanischen Observanz und Predigt in der Teutonia. Diss. phil. (Teildruck) Freiburg 1951.
QUELLEN
-Generallandesarchiv Karlsruhe 82: Konstanz Generalia (Hochstift)
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