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Kapuzinerkloster Baden-Baden - Geschichte

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Abbildung  Button Stadtansicht mit Kapuzinerkloster in Baden-Baden.
Als nach der Schlacht bei Wimpfen 1622 die Okkupation des Baden-Badner Landesteils durch die lutherischen Durlacher Vettern ein Ende fand und Markgraf Wilhelm in seine Residenz an der Oos zurückkehren konnte, brachte er Jesuiten und Kapuziner mit, die ihn bei der Rekatholisierung des Landes unterstützen sollten. 1624 übernahmen die Kapuziner die Kanzelpredigt in der Stiftskirche, zunächst allein, seit 1640 im Wechsel mit den Jesuiten.

Die Gründung eines Kapuzinerklosters verzögerte sich indes über der Frage, ob die Niederlassung der schwäbisch-helvetischen oder der rheinischen Ordensprovinz zugehören sollte. Da der für den Bau vorgesehene Platz links der Oos lag, entschied sich auf Betreiben der Markgräfin Katharina Ursula das Konstanzer Provinzialkapitel 1630 für die Zuordnung zur schwäbischen Provinz. Die seitens des Bischofs von Speyer als zuständigen Diözesans dagegen erhobenen Einwände blieben unerhört. Am 28. Mai 1631 fand die feierliche Grundsteinlegung statt, und vom gleichen Tag datiert der markgräfliche Stiftungsbrief, der den Kapuzinern neben anderen Rechten und Freiheiten auch die Teilnahme an der Nutzung des warmen Wassers - "so viel man zu zween kasten braucht und nöthig hat" - zugestand; später wurde noch das Wasser für einen dritten Badkasten bewilligt. Erst zehn Jahre danach konnte die Konsekration von Kloster und Kirche (1643 St. Brigitta) erfolgen, denn von 1633 bis 1635 mussten die Kapuziner vorübergehend den Schweden weichen. Bei der Stadtzerstörung am 24. August 1689, im Orléans’schen Krieg, blieb das Kloster zunächst verschont, wurde aber am 6. November desselben Jahres doch noch niedergebrannt; die Patres flüchteten ins benachbarte Gernsbach im Murgtal. Bereits 1694/98 erfolgte die Wiederherstellung des Klosters, und 1712/13 stiftete Markgräfin Sibylla Augusta, die Witwe des "Türkenlouis", darin eine St. Felix-Kapelle, deren 1770 seitens des Konvents angestrebte Erhebung zur Pfarrkirche sich allerdings nicht realisieren ließ. Eine 1750 darüber hinaus eingerichtete St. Fidelis-Kapelle diente dem Begräbnis der Klosterbrüder. Die Seelsorge der Badner Kapuziner galt im 17. und 18. Jh. der Stadt und ihrem Umgebung bis Rauhmünzach im Murgtal und bis hinauf in die 1733 gegründete Waldkolonie Herrenwies. In Oos, Haueneberstein und Ebersteinburg versahen sie über viele Jahre hinweg die Pfarreien.

Infolge der Säkularisation wurde das Kloster aufgehoben; sein Konvent löste sich 1807 auf und die Fratres fanden in Bruchsal Zuflucht. Die Klostergebäude wurden hernach versteigert und haben sich bis heute, wenngleich in stark veränderter Gestalt im Hotel Badischer Hof erhalten; den Umbau besorgte im Auftrag des Stuttgarter Verlegers Johann Friedrich Cotta der badische Klassizist Friedrich Weinbrenner. Der Hochaltar der Klosterkirche kam in der Pfarrkirche von Ebersteinburg zu neuen Ehren, die Seitenaltäre gelangten nach Daxlanden bei Karlsruhe, und die Statuen der Heiligen Joseph und Fidelis fanden auf dem Vorplatz der Kirche in Steinbach bei Baden-Baden Aufstellung.

KURT ANDERMANN     
LITERATUR
-<FDA> 28 (1900) 307-318 (K. RENFRIED).
- F. X. LENZ: Das Kapuzinerkloster in Baden-Baden. In: Die Ortenau 18 (1931) 114-127, 26 (1939) 40-50 und 27 (1940) 188-190.
- <KDB XI/1> 155-165.
- <KB Baden-Baden> 123f.
QUELLEN
-Generallandesarchiv Karlsruhe 195: Baden-Baden, Stadt
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