Klöster in Baden-Württemberg
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Zisterzienserinnenabtei Kirchbach - Geschichte

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Über die Gründung der dem Benediktinerkloster Odenheim unterstellten Propstei Kirchbach liegen widersprüchliche Aussagen vor. Nach Abt Tubingius von Blaubeuren geht sie auf die Pfalzgrafen von Tübingen zurück, während eine andere Tradition sie Markgraf Hermann von Baden und seiner Frau Judith zuweist. 1266 wurde die Propstei mit Schenkungen der Adelheid von Liebenstein zu Kürnbach und Itzingen bedacht. Ferner zählten im 15. Jh. das Dorf Häfnerhaslach mit Kirchensatz und Zehnten sowie Güter und Waldungen in unmittelbarer Umgebung Kirchbachs zu deren Besitz. Wegen des heruntergekommenen Zustands der Propstei und der zu großen Entfernung von Odenheim verkaufte Abt Dietrich Kirchbach am 12. September 1442 an die Zisterzienserinnen zu Frauenzimmern. Nachdem bereits auf dem Generalkapitel der Zisterzienser im Jahr 1434 darüber verhandelt worden war, wurde der Verkauf 1443 sowohl durch die Generalsynode zu Basel als auch durch Graf Ludwig von Württemberg bestätigt, der als Erbe der Stifterfamilie von Magenheim die Vogtei über Kloster Mariental zu Frauenzimmern innehatte. Zur Abrundung ihres Besitzes im Zabergäu waren die Württemberger bestrebt, auch die dortigen Güter Marientals an sich zu bringen, weshalb sie die Nonnen zum Kauf der Propstei Kirchbach und zum Umzug dorthin drängten. Die Zisterzienserinnen hatten sich mit der Kaufsumme von 2250 rheinischen Gulden jedoch übernommen und waren zur Rückzahlung des von ihrem Vogt Graf Ludwig von Württemberg entliehenen Geldes gezwungen, ihre angestammten Güter zu Lauterstein, Frauenzimmern und Lauffen zu verkaufen, und überließen Württemberg 1445 überdies auch noch das Dorf Häfnerhaslach. Bereits 1443 hatten sie eine Kelter zu Pfaffenhofen und einen Hof zu Frauenzimmern sowie Güter zu Stockheim gegen die drei Kirchen zu Pfaffenhofen, Botenheim und Ramsbach mit Ludwig von Württemberg getauscht. Um ihrer äußersten Armut abzuhelfen, schenkte dieser ihnen 1446 das Patronatsrecht an den drei genannten Kirchen, die 1448 dem Zisterzienserinnenkloster inkorporiert wurden. Da die nächsten vierzig Jahre durch weiteren Niedergang sowohl in wirtschaftlicher als auch in disziplinarischer Hinsicht gekennzeichnet waren, plante Graf Eberhard im Bart die Umwandlung Kirchbachs in ein Zisterzienserpriorat, was aber an dessen mangelnder Ausstattung scheiterte. Seine Pläne zur Zusammenlegung des Kirchbacher Konvents mit dem Konvent der Zisterzienserinnen in Rechentshofen, die dem Generalkapitel 1485 und 1506 vorgelegt wurden, schlugen ebenso fehl, was mit dem Widerstand des Kirchbacher Vaterabtes von Bebenhausen zusammenhängt. Während Rechentshofen nämlich von Maulbronn visitiert wurde, war das Visitationsrecht über Kloster Mariental zu Frauenzimmern bereits 1418 von Maulbronn an Bebenhausen übergegangen, dessen Abt 1443, 1446, 1472 und 1519 als Vaterabt in Kirchbach nachweisbar ist. Allerdings wurde das Visitationsrecht über Kirchbach dann 1520 für fünf Jahre an Abt Johann VI. von Maulbronn übertragen, der den Konvent reformieren sollte. 1531 erhielt der Abt von Herrenalb für drei Jahre diese Aufgabe, was aber ebenso wenig zur Wiederaufrichtung Kirchbachs führte.

Als dort neben der Priorin Agnes von Hohenheim nur noch eine Laienschwester anwesend war, wurde der Konvent 1543 von Württemberg aufgelöst und die beiden Nonnen wurden abgefunden. Die bereits damals dem Verfall geweihte Klosterkirche wurde 1556 vollständig abgerissen. Die Klostergebäude wurden Sitz des Forstmeisters vom Forst Stromberg. 1665 ließ Herzog Eberhard III. von Württemberg einen Tiergarten in Kirchbach anlegen und später ein Lustschloss erbauen. Nachdem letzteres 1740 einem Brand anheim gefallen war, wurde der Tiergarten aufgegeben. Der Hof, nun, nachdem die kirchlichen Ursprünge des Ortes in Vergessenheit geraten waren, "Kir"bachhof genannt, wurde Staatsdomäne und beherbergt bis heute teilweise in Gebäuden aus der Klosterzeit einen landwirtschaftlichen Betrieb.

MARIA M. RÜCKERT     
LITERATUR
-<Württ. Klosterbuch> 300-302 (M. M. RÜCKERT).
- <GermBen> V, 334f. (F. QUARTHAL).
- E.-U. HINK: Das Zisterzienserinnenkloster Mariental zu Frauenzimmern-Kirchbach im Zabergäu. Stuttgart 1961.
QUELLEN
-Hauptstaatsarchiv Stuttgart A 484: Frauenzimmern und Kirbach
-Generallandesarchiv Karlsruhe 98: Salem
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